Willkommen im Ostgarten Brienz:

 

Kulturlandschaft ‹am Louwelli›, Brienz am See:

Noch erkennt man im «Louwelli» die alte Kulturlandschaft oberhalb der Dorfkernzone von Brienz. Bis in die 1950-er Jahre war Brienz umgeben von einer reichen Kulturlandschaft mit unzähligen Hochstamm-Obstbäumen, welche die Lebensgrundlage für die Dorfbewohner darstellten.

Der Obstgarten stellt ein letztes Relikt aus dieser Zeit dar. Er wurde deshalb 1977 zum Schutzobjekt der Gemeinde Brienz erklärt. Mit der letzten Ortsplanrevision wurde die Bauzone jedoch bis an die Ränder des Obstgartens ausgedehnt und das Schutzobjekt aufgehoben.

Der Hochstamm-Obstgarten wurde von meinem Grossvater dem Holzbildhauer Hans Huggler-Wyss angelegt. Ich habe im Jahr 1997 den  Obstgarten übernommen und stetig  mit Neupflanzungen von alten und neuen Sorten bewirtschaftet. Er besteht aus über 50 Hochstämmen mit den verschiedensten Obstarten: Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Pflaumen, Baumnüsse, Haselnüsse, Holunder, Wildobstsorten.

In vielen Kursen und Weiterbildungen habe ich mich in das Fachwissen vertieft.

Klimatisch liegt der Obstgarten recht gut. Dagegen gedeihen im mageren Boden (auf dem Bachschutt des Trachtbachs) nur die robusteren, meist starkwüchsigen Unterlagen. (Der Erwerbsobstbau macht sich die Schwachwüchsigkeit der modernen Wurzelunterlagen für die Säulenerziehung zunutze, welche für die Durchwurzelung optimale Bodeneigenschaften beansprucht. Dies ist in diesem Bachschutt nicht möglich ). Trotzdem erweist sich diese milde gegend als interessant für weitere Obst- und Beerenkulturen…

Eigentlich betreibe ich den Obstbau an diesem Ort um mehr darüber zu erfahren, welche alten und neuen Sorten in dieser «Grenzlage des Erwerbsobstbaus» mit biologischem Obstbau noch möglich sind.

In den letzten Jahren traten infolge der Globalisierung in der Schweiz neue, sehr gefährliche Krankheiten auf: Der Feuerbrand und die Marssonina Coronaria. Während wir bis jetzt vom Feuerbrand verschont geblieben sind wütet die Marssonnina (Blattfallkrankheit aus China stammend) im Bio-Obstbau schon seit Jahren und damit leider auch im Obstgarten.

Hochstammobstbäume und ganz besonders Hochstamm-Obstgärten sind ein Kulturgut. Die Bäume prägen die Landschaft mit ihren Frühjahrsblüten, Früchten und Herbstfarben.
Die Kombination von Bäumen und artenreichen Wiesen ist Lebensraum für viele Tierarten. Die Hochstämme dienen als Versteck oder Brutort und als Voraussetzung für das Überleben dieses «Mikrokosmos». Nur in diesem «Mikrokosmos» können diese Pflanzen, Insekten und Vögel überleben. Zu diesen gehören Vogelarten wie Gartenrotschwanz, Grünspecht, Gartenbaumläufer und viele vom Aussterben bedrohte Insektenarten.

Die Zahl der Hochstammobstbäume hat seit 1960 stark abgenommen. Die Ausdehnung der Siedlungsgebiete trug massgeblich dazu bei. Damit verschwindet auch der Lebensraum der Obstgartenvögel, und diese Vogelarten sind dementsprechend selten geworden.

Trotzdem konnte sich in diesem einzigartigen Mischgebiet zwischen Brienzersee und den urtümlichen, unversehrten Berghängen eine einzigartige letzte Oase erhalten ! Wo in der Schweiz finden sie noch diese ungebrochene Natur zwischen Bergsee und Alpenlandschaft ? Hier futtern noch Zugvögel wie Hänfling, Ringelamseln und Feldlerche.

Hier finden sie noch seltene Insektenarten !!

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Ruedi Huggler
Rosenstrasse 2
3800 Interlaken

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